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The Table Bochum

Wann ein Fettabscheider in der Gastronomie nötig ist und was der Betrieb kostet

Wer eine gewerbliche Küche plant oder übernimmt, muss klären, ob fetthaltiges Abwasser vorbehandelt werden muss. Entscheidend sind die örtliche Satzung, die Art des Betriebs und die passende Anlage, nicht eine pauschale Regel für jedes Restaurant.

Von Jan Brandt · · 3 Min. Lesezeit

Mitarbeiter in Küche öffnet fettverschmutzten Fettabscheider zur Wartung und Kontrolle

Fett und Speisereste im Abwasser können Ablagerungen und Gerüche im Kanal verursachen. Ein Fettabscheider hält Fette und absetzbare Stoffe zurück, bevor das Abwasser in die öffentliche Kanalisation gelangt. Für Gastronomiebetriebe in Bochum ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch dieselbe Pflicht oder derselbe Wartungsplan: Maßgeblich sind die konkrete Entwässerungssituation und die Vorgaben der zuständigen Stelle. Wer frühzeitig prüft, was für den Standort gilt, kann Anlage, Einbau und laufenden Betrieb realistisch einplanen.

Wann ist ein Fettabscheider in der Gastronomie erforderlich?

Ein Fettabscheider ist eine Vorbehandlungsanlage: Er trennt Fette und absetzbare Stoffe aus dem Abwasser, bevor dieses in die öffentliche Abwasseranlage gelangt. Ob ein Betrieb eine solche Anlage braucht, hängt nicht allein davon ab, ob er sich Restaurant, Café oder Imbiss nennt. Entscheidend sind die Küchenprozesse, das anfallende Abwasser und die örtlichen Vorgaben.

Für Bochum legt die städtische Abwassersatzung fest, dass Abscheider und andere Vorbehandlungsanlagen den einschlägigen technischen und rechtlichen Anforderungen entsprechen müssen. Die Stadt kann im Einzelfall weitergehende Anforderungen an Bau, Betrieb und Unterhaltung stellen, wenn dies zum Schutz der öffentlichen Abwasseranlage erforderlich ist. Das Abscheidegut ist nach Abfallrecht zu entsorgen und darf nicht in die Kanalisation gelangen, wie die Abwassersatzung der Stadt Bochum ausführt.

Das heißt nicht, dass sich aus der Satzung für jede gastronomische Nutzung eine identische Einbaupflicht oder ein gleicher Wartungsrhythmus ablesen lässt. Fragen Sie bei einem neuen Betrieb, einer Übernahme oder einer Änderung der Küche frühzeitig bei der zuständigen Stelle nach, welche Anforderungen für das Grundstück gelten. Zur Planung einer Neueröffnung gehören solche Fragen ebenso wie weitere Genehmigungen für ein Restaurant.

Welche Kriterien bestimmen Anlage und Einbau?

Die Anlage muss zum tatsächlichen Abwasseranfall passen. Dazu zählen unter anderem die Art der Küche, die Betriebsweise und die Menge des fetthaltigen Abwassers. Die DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) beschreibt, dass die Menge und Beschaffenheit von Abwasser zwischen verschiedenen Küchen- und Gewerbebetrieben variieren und bei der Frage nach einer Vorbehandlung berücksichtigt werden müssen. Für Bemessung, Einbau, Betrieb und Wartung verweist sie auf einschlägige technische Regelwerke wie DIN EN 1825 und DIN 4040-100, wie das DWA-Merkblatt zu fetthaltigem Abwasser erläutert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Einbauort. Eine Anlage im Gebäude und eine erdverlegte Anlage unterscheiden sich bei Platzbedarf und baulichem Aufwand. Zugänglichkeit für Kontrolle, Entleerung und Wartung sollte von Anfang an mitgeplant werden. Auch Anschlussleitungen und vorhandene Entwässerung können die Umsetzung beeinflussen. Lassen Sie deshalb nicht nur das Behältervolumen, sondern die gesamte Entwässerungssituation beurteilen.

Welche Kosten müssen Sie berücksichtigen?

Die Kosten bestehen nicht nur aus dem Kauf der Anlage. Zur Investition können Planung, bauliche Arbeiten, Leitungsanpassungen und der Einbau hinzukommen. Im laufenden Betrieb fallen je nach Anlage und Nutzung Kosten für Entleerung, Reinigung, Entsorgung und Wartung an. Bei Störungen oder erforderlichen Reparaturen können weitere Ausgaben entstehen.

Ein konkreter Preis lässt sich ohne Standort, Küchenbetrieb und technische Planung nicht seriös angeben. Für die Budgetplanung sollten Sie daher die Einmalkosten von den regelmäßig wiederkehrenden Betriebskosten trennen. Fragen Sie bei der Planung nach, welche Leistungen in einem Angebot enthalten sind, wie die Entsorgung abgerechnet wird und welche Prüf- oder Wartungsarbeiten zusätzlich anfallen. Diese Positionen gehören auch in die Betriebskostenplanung des Businessplans für die Gastronomie.

Wie gehen Sie bei Planung und Betrieb vor?

  1. Abwasseranfall beschreiben: Halten Sie fest, welche Speisen und Verfahren in der Küche vorgesehen sind und wo fetthaltiges Abwasser entsteht.
  2. Örtliche Anforderungen klären: Fragen Sie die zuständige Stelle, ob eine Abscheideranlage verlangt wird und welche technischen sowie betrieblichen Bedingungen gelten.
  3. Anlage und Einbau planen: Lassen Sie Dimensionierung, Zugänglichkeit und Anschluss an die Grundstücksentwässerung fachgerecht prüfen.
  4. Betrieb organisieren: Legen Sie Zuständigkeiten, Kontroll- und Entleerungsabläufe sowie die Dokumentation fest. Der konkrete Turnus muss sich nach den geltenden Vorgaben und der Anlage richten; eine pauschale Frist ist nicht für jeden Betrieb belastbar.
  5. Entsorgung nachweisen: Bewahren Sie Unterlagen zu Entleerung, Wartung und Entsorgung auf und beachten Sie die Abfallvorschriften.

Die DWA ordnet Fettabscheider den technischen Regeln für Bemessung, Einbau, Betrieb und Wartung zu. Deren Hinweise sind eine fachliche Orientierung; die für Ihren Standort verbindlichen Vorgaben ergeben sich aus den einschlägigen Regelwerken und den örtlichen Anforderungen.

Wie prüfen Sie, ob die Lösung im Alltag funktioniert?

Kontrollieren Sie, ob die Anlage erreichbar und nutzbar ist, die vorgesehenen Arbeiten regelmäßig stattfinden und die Nachweise vollständig vorliegen. Bei auffälligen Gerüchen, Rückstau oder wiederkehrenden Problemen mit dem Abfluss sollte die Ursache fachlich geprüft werden, statt lediglich den Entleerungsrhythmus anzupassen.

Prüfen Sie die Planung erneut, wenn sich Küchenabläufe, Speisenangebot oder Betriebsumfang wesentlich ändern. Eine Anlage, die für den bisherigen Betrieb gewählt wurde, muss nicht automatisch zur geänderten Nutzung passen. Bei Unsicherheit sollten Sie die zuständige Stelle und die fachkundige Planung einbeziehen.

Häufige Fragen

Muss jedes Restaurant einen Fettabscheider einbauen?

Nicht pauschal allein aufgrund der Bezeichnung „Restaurant“. Relevant sind die Art und Menge des fetthaltigen Abwassers, die Entwässerung des Grundstücks und die örtlichen Anforderungen. Klären Sie vor dem Einbau oder einer Nutzungsänderung mit der zuständigen Stelle, ob eine Vorbehandlung verlangt wird und welche Ausführung akzeptiert wird.

Wie oft muss ein Fettabscheider geleert werden?

Ein allgemeingültiger Rhythmus lässt sich ohne Kenntnis der Anlage und der geltenden Vorgaben nicht nennen. Die Entleerung und Reinigung müssen sich an den technischen Regeln, dem Betrieb und etwaigen behördlichen Anforderungen orientieren. Lassen Sie den konkreten Turnus festlegen und dokumentieren Sie Entleerungen sowie Kontrollen.

Was kostet ein Fettabscheider für einen Gastronomiebetrieb?

Einen belastbaren Pauschalpreis gibt es nicht. Investitionskosten hängen unter anderem von Größe, Einbauort und baulichem Aufwand ab. Hinzu kommen laufende Kosten für Entleerung, Entsorgung, Wartung und gegebenenfalls Prüfungen oder Reparaturen. Für eine Kalkulation sollten Sie die örtlichen Anforderungen und die konkreten Angebote für Planung und Betrieb zugrunde legen.

In der Rubrik Gastro-Business